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Generationenhaus Möhringen, Gemeinsam leben im Stadtbezirk

Gemeinschaftliches Wohnen – eine Perspektive für unseren Stadtbezirk

Heute kam das Bürger-Netzwerk „Frisch im Ruhestand“ zum vierten Mal zusammen, um gemeinsam mit geladenen Experten über  Formen und Projekte des gemeinschaftlichen Wohnens zu diskutieren.

Gabriele Gerngroß-Haas, die Sprecherin der „Stuttgarter Plattform für selbstorganisiertes gemeinschaftliches Wohnen“ , machte die Einführung in das Thema und gliederte das gemeinschaftliche Wohnen in drei Typen:

Beim 1. Typ schließen sich Alleinstehende zusammen, um im Rahmen einer Hausgemeinschaft gemeinsam zu altern. Sie verwies hier speziell auf gemeinschaftliches Wohnen für Frauen. Beim 2. Typ geht es um das generationenübergreifende Wohnen, das Familien, Alleinstehende und Alleinerziehende zusammenbringt. In Stuttgart gibt es hier z.B. die Häuser der Wabe e.V. auf dem Burgholzhof. Der 3. Typ versucht, Wohnen und Arbeiten miteinander zu verbinden. Dazu zählen die Beginenhöfe, in denen sich Frauen zusammengeschlossen haben, die gemeinsam leben und arbeiten.

In allen gemeinschaftlichen Wohnprojekten sind Gemeinschaftsräume und regelmäßige Bewohnertreffen vorgesehen. Wie auf diese Weise neue Netzwerke und Nachbarschaften entstehen können, zeigt auch das Beispiel des generationenübergreifenden Hauses ‚Weitblick‘ in Herrenberg, das von einer Baugemeinschaft unter der Leitung des Architekten Rainfried Rudolf  ins Leben gerufen wurde. Herr Rudolf zeigte in seinem Referat auf, wie positiv die bauliche Gestaltung des Hauses mit dem überglasten Atrium,  mit viel natürlichem Licht, mit einer großen Zahl von Gemeinschaftsräumen (von Musikraum und Werkstatt über Computerraum) sich auf das soziale Leben auswirkt:  die Nachbarn helfen einander, pflegen das Haus gemeinsam, lernen sich kennen und schätzen.  Der Schallschutz im Haus funktioniert sehr gut, – das fördert das friedliche Miteinander.  Das Haus ist barrierefrei und mit einem Notruf ausgestattet

Eine Bewohnerin des Hauses Weitblick in Herrenberg, Frau Wagner, berichtete von ihren positiven Erlebnissen mit dem gemeinschaftlichen Wohnen. Jeder bringe sich ein, so wie er könne. Aber auch Rückzugsmöglichkeiten sind gegeben.

Damit gemeinschaftliche Wohnprojekte effizient und finanzierbar sind, hält Architekt Rudolf bei Baugemeinschaften eine Mindestanzahl von 25 Parteien für wichtig. Stehen das Grundstück und das Konzept, dann gilt es, Mitstreiter/innen bzw. Mitbewohner zu suchen. In Herrenberg hat die dortige Baugemeinschaft z.B. auch auf dem Wochenmarkt um Mitbewohner geworben.

Auch in Möhringen bietet das gemeinschaftliche Wohnen eine Perspektive. Deshalb sollte das Thema in unserem Stadtteil stärker in den Fokus rücken. Wir alle – Bürgerschaft und Institutionen – müssen überlegen, wie wir den demographischen Wandel in unserem Stadtteil gut bewältigen können. Sicher nicht mit Strukturen, bei denen der Einzelne isoliert lebt. Sondern mit Strukturen, die auf Netzwerke zielen, – und zwar schon vor dem Ruhestand.

Gemeinschaftliches Wohnen – in allen Formen – sollte deshalb eine Option sein hier in Möhringen. Von WGs aus Alt und Jung über neue Wohnprojekte oder den Umbau bestehender Häuser zu gemeinschaftlichem Wohnen: alles sollte diskutiert und geprüft werden. Das Netzwerk „Frisch im Ruhestand“ bleibt jedenfalls am Thema dran und dankt nochmals den Referent/innen für ihren Input beim heutigen Treffen und den rund 25 Besucher/innen für’s Kommen.

 



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